Portfoliomanagement: Kommentar zur aktuellen Entwicklung an den internationalen Finanzmärkten
Juli 2025

Portfoliomanagement: Kommentar zur aktuellen Entwicklung an den internationalen Finanzmärkten

Kapitalmarktbericht zum 30.06.2025

Fortsetzung der weltweiten Verunsicherung

Im zweiten Quartal 2025 standen die globalen Finanzmärkte weiterhin im Zeichen geopolitischer Spannungen und zunehmender wirtschaftlicher Unsicherheiten. Ereignisse von historischer Tragweite – etwa die Eskalation des von den USA ausgehenden weltweiten Zollkonflikts (sogenannter „Liberation Day“ am 02.04.2025) oder die militärische Auseinandersetzung zwischen Israel und dem Iran – prägten das Marktgeschehen nachhaltig.

Trotz der anfänglichen Verwerfungen – mit Rückgängen an den Aktienmärkten von rund 20% Anfang April – präsentierten sich die internationalen Börsen im weiteren Verlauf des Quartals freundlich. Eine nahezu V-förmige Erholung setzte ein, die führenden Indizes wie den DAX, den NASDAQ sowie den MSCI World auf neue Allzeithochs führte.

Die Europäische Zentralbank setzte ihren Zinssenkungskurs fort und senkte den Leitzins auf aktuell 2,00%. Die Maßnahme war weitgehend antizipiert und sorgte für positive Impulse an den Anleihemärkten. Die US-Notenbank hingegen widerstand dem politischen Druck durch Präsident Trump und beließ die Leitzinsen unverändert. Die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen gaben im Verlauf des Quartals nach. Dies war nicht zuletzt auf die Neubewertung deutscher Staatsanleihen als „sicherer Hafen“ zurückzuführen – trotz schwacher Konjunkturdaten. Im Gegensatz dazu stiegen die Renditen langlaufender US-Staatsanleihen tendenziell an, was die Unsicherheiten in den USA widerspiegelt.

Der Euro konnte gegenüber dem US-Dollar im zweiten Quartal deutlich zulegen – um rund 9 %. Anfang Juni überschritt der EUR/USD-Wechselkurs kurzfristig die Marke von 1,17 und erreichte damit ein Mehrjahreshoch. Die Aufwertung wurde in weiten Teilen durch zunehmende, teils selbst verursachte Zweifel an der Stabilität des US-Dollars getrieben. Diese Währungsentwicklung belastete international ausgerichtete Portfolios aus Sicht europäischer Anleger im ersten Halbjahr spürbar.

Der Goldpreis zeigte sich im Quartalsverlauf weiterhin fest. Das Edelmetall erreichte erneut ein Allzeithoch und konnte dieses Niveau bis zum Quartalsende behaupten. Deutliche Schwankungen waren hingegen am Ölmarkt zu verzeichnen: Die Eskalation im Nahen Osten führte zu einem kurzfristigen Preisanstieg von über 10 %, der sich mit dem Eintritt einer Waffenruhe wieder vollständig zurückbildete.

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